Unterstützende Impulse in der Schwangerschaft

Sie sind schwanger?
Dann tragen Sie gerade das Wunder des Lebens in sich, dass sich jeden Tag mehr und mehr entfalten möchte. Können Sie das mit Staunen wahrnehmen und spüren?

Ich selbst kann mich erinnern, dass ich als heranwachsendes Mädchen mit einem Kissen unterm Kleid im Spiegel geschaut habe, wie schwanger sein aussehen könnte und mich gefragt habe, wie es sich wohl anfühlt.

Das Leben hat mir 3 herrliche Kinder geschenkt.
Die Schwangerschaften mit ihnen waren so unterschiedlich wie die Kinder selbst.
Emotional reichte die Skala von Freude und Euphorie bis zu angespannten und ängstlichen Gefühlen.
Mental gab es Gedanken von Kraft und ein andermal von" das schaffe ich nicht". Und auch der Körper hatte seine Hoch- und Tiefpunkte. Mal gab es Momente von absoluter Leichtigkeit, dann wieder ein Innehalten müssen, weil es gerade mal wieder stach, drückte oder zog, bis hin zu einem kaum zu ertragenden Juckreiz der Haut und Schlaflosigkeit.
Zum Glück wächst der Mensch mit seinen Aufgaben und wir haben gleichzeitig die wunderbare Fähigkeit, uns die Dinge so zu erklären, dass wir sie besser annehmen und aushalten können:  Der Druck auf der Blase ist völlig normal. Das Kind sitzt einfach tief.
Oder:  Dass Sie gerade so wenig Luft bekommen, hängt damit zusammen, dass das Kind direkt unterm Rippenbogen liegt. ...
Da ich selber Hebamme bin, habe ich all diese Erklärungen für mich selbst und viele Frauen ganz selbstverständlich hingenommen.

Interessant ist, dass wir dabei ziemlich oft das Kind für unsere Beschwerden verantwortlich machen.
Was aber wäre, wenn uns das Kind auf unsere eigenen körperlichen und den damit verbundenen emotionalen und mentalen Einschränkungen und Begrenzungen aufmerksam machen möchte? Wenn es uns einlädt, etwas in uns wahrzunehmen und zu verändern, damit es für uns und das Baby leichter wird?
So könnte es z. B. sein, dass ein übermäßiger Druck auf der Blase entsteht, weil das Baby durch eine starke Hohlkreuzhaltung Ihrerseits einfach weit nach vorn geschoben wird. Wenn nun der untere Rücken entspannt wird, was macht das dann mit Ihrem Befinden, was geschieht mit dem ursprünglichen Symptom und wie nutzt das Baby den neugewonnenen Raum?

Meine Erfahrung in der Arbeit mit ganz vielen Schwangeren hat mir gezeigt, dass unsere Kinder bereits im Bauch unsere besten Lehrmeister sein können. Wichtig ist, dass wir achtsam damit umgehen und verstehen, dass Beschwerden niemals normal sind. Auch dann nicht, wenn sie viele Frauen gleichermaßen haben.

Schwangerschaft ist dabei eine so wunderbare und wertvolle Zeit - der Körper ist nie offener und veränderbarer als in diesen Wochen und Monaten - und der Wunsch, es dem Baby leicht zu machen, ihm das Beste angedeihen zu lassen, ist eine großartige Motivation sich einzulassen und für Veränderungen zu öffnen. Nutzen Sie es, für sich und Ihr Baby!

Einen Gedanken möchte ich noch anfügen:
Oft werde ich mit der Bitte um Hilfe kontaktiert, wenn bereits Befindlichkeitseinschränkungen aufgetreten sind.
Warum gönnen Sie sich nicht einige wenige Sitzungen, verteilt über den gesamten Zeitraum der Schwangerschaft, bei denen Ihr Körper aus seiner Normalität heraus arbeiten kann? Die Hände unterstützen Sie, kleine, kaum spürbare Abweichungen sofort wahrzunehmen, auszugleichen und Ihren Körper damit optimal auf die zunehmenden Herausforderungen der kommenden Wochen und der bevorstehenden Geburt vorzubereiten.