Begleitung nach Unfällen und Operationen

In den letzten Jahren durfte ich viele Menschen begleiten und ihre Körper berühren. Dabei kam es immer wieder zu interessanten Entdeckungen, die sich in der Wiederholung allmählich zu Erkenntnissen formten. Dazu gehört u. a. das Wissen, was Unfälle und / oder Operationen für Langzeitfolgen in unserem System haben können:

Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel aus meiner Praxis anführen:
Vor einiger Zeit hatte ich eine Klientin, deren ursprüngliches Anliegen ein Rückenschmerz war. Während der Arbeit fiel mir auf, dass ihr rechter Arm, der völlig ausgestreckt auf der Liege lag, sich merkwürdig angewinkelt anfühlte. In dem Moment bin ich diesem Puzzleteil nicht nachgegangen, denn Rückenschmerzen waren das Thema.
Die Klientin hatte relativ schnell eine Schmerzminderung, die allerdings nicht stabil anhielt.
Wir hatten also etwas übersehen!
Bei einer erneuten Sitzung fiel mir der rechte Arm wieder auf! Erst nach mehrmaligem Nachfragen erinnerte sich die Klientin, dass sie sich vor mehr als 10 Jahren! genau diesen Arm gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit gebrochen hatte. Der Arm war lange Zeit in Gips und genau das war das Bild des Armes, das ich wahrgenommen hatte!
Erst mit diesem Wissen und der zielgerichtet ordnenden Arbeit am Arm konnten wir die Rückenschmerzen dauerhaft ablösen.

Anatomisch hatte sich der Arm vollständig regeneriert. Dennoch hat der Bruch einen bleibenden Eindruck im Inneren der Klientin hinterlassen und völlig ungeahnt als Störfaktor weiter gearbeitet.

Schwere Stürze, Not-Operationen und Unfälle jeder Art verändern das Leben oft von einem Moment auf den anderen und zerreißen unsere alltägliche Normalität. Wir können uns auf diese unausweichlichen Geschehnisse nicht vorbereiten. Deshalb brennen sie sich oft als Momentaufnahmen besonders tief in unser System ein.

Bei den meisten dieser Ereignisse ist eine medizinisch-physiotherapeutische Versorgung natürlich primäre Notwendigkeit.
Meine Arbeit kann die medizinischen Interventionen allerdings auf Grund des Ansatzes an der energetischen Ebene sinnvoll ergänzen und unterstützen.
So kann sie sinnbringend sowohl als frühzeitige Begleitmaßnahme, aber auch im längerfristigen Nachgang eines unfallmäßigen Ereignisses als zusätzliche Rehabilitationsmaßnahme verstanden werden.

Letztendlich geht es darum, die im Gewebespeicher der betroffenen Strukturen noch enthaltenen Anstrengungen zu erinnern, wert zu schätzen und aufzulösen und neben der primär notwendigen Wiederherstellung der Anatomie alle Wahrnehmungsebenen des Körpers anzusprechen und erneut miteinander zu vernetzen.
Je dichter am Ereignis, desto besser!